6 Arten im Camper zu Duschen und ihre Vor- und Nachteile

Duschen im Van ist selbst unter erfahrenen Vanlifern immer ein aktuelles und auch umstrittenes Thema. Einige bauen sich selbst eine Nasszelle in den Kastenwagen, andere haben günstigere Lösungen oder einen workaround. Möglichkeiten gibt es einige, jede Option bringt aber ihre Vor- und Nachteile mit sich. In diesem Beitrag haben wir euch die bekanntesten und beliebtesten Waschmöglichkeiten im Camper zusammengetragen.

“Showertalk” hieß einer unser letzter Posts auf Instagram der so richtig abging. Duschen ist ein riesen Thema – nicht nur wenn es um Vanlife geht. Tausend Fragen tauchen auf und niemand spricht so richtig darüber. “Wie duscht ihr euch, wie oft, wie macht ihr das nur?!” Lauten die Fragen, die sich in unserer Inbox häufen. Um ein für alle mal Klartext zu sprechen, mit den Mythen aufzuräumen aber auch um euch für euren eigenen Van mit der Entscheidung zu helfen, haben wir euch die unterschiedlichsten Möglichkeiten während Roadtrips rein zu halten aufgelistet und gegenübergestellt.

1. Dusche im Van / Nasszelle

Dies gilt es bereits beim Umbau zu entscheiden. Willst du eine Dusche im Van verbauen, so sollte das gut geplant und durchgeführt werden. Wir haben uns gegen diese Möglichkeit entschieden. Hauptsächlich wegen unten genannter Nachteile.  

Generell eignet sich eine eigene Dusche im Van wenn du beispielsweise planst im eigenen Van, wie in einem tiny House zu leben, eventuell sogar in einer Großstadt. (Hier gibt es aber ebenfalls workarounds – günstige Fitnessabos z.B. und die Mitbenutzung deren Duschen … ;)) Auch wenn deine Reisen dich in kältere Länder verschlägt, bietet sich eine eigene Nasszelle im Camper an. Aber nun zu den Vor- und Nachteilen:

Vorteile:

  • Privatsphäre. Keine der anderen Möglichkeiten wird dir so viel Privatsphäre bei deiner Reinigung geben wie eine eigene Dusche.
  • Windstill und vor Kälte geschützt. Ob warmes Wasser oder nicht – in den eigenen vier Wänden zu duschen ist mit Sicherheit Wärmer als Outdoors.

Nachteile:

  • Nimmt viel Platz ein im Van. Eine Dusche im Van zu haben – das bedeutet Platz. Die Frage die du dir dabei stellen möchtest ist: Passt eine Dusche in mein Basisfahrzeug?
  • Verbraucht sehr viel Wasser. Erinnere dich: alles Wasser, dass du innerhalb deines Vans verbrauchen möchtest, musst du auch mit dir mit herumfahren und auftanken.
  • Zusätzliches Budget ist benötigt – da hierfür extra Kosten im Umbau aber sicher auch in der Wartung anfallen.
  • Feuchtigkeit im Van ist ein heikles Thema und eine Dusche im eigenen Camper zu haben bringt einiges an Nässe in den Wageninnenraum.

2. Dusch- und Wasserhahn in einem

Bereits bei anderen Vanlifern gesehen und ein Freund verbaut es gerade in seinem Camper, ist die folgende Option: Dem Wasserhahn, den man ohnehin für die Küche verbaut und der dadurch bereits mit fließend Wasser (Druck) versehen ist wird einfach eine zweite Funktion zugewiesen. Idealerweise hat man in diesem Fall einen ausziehbaren Kopf, den man beispielsweise durch ein Fenster nach Außen legen kann. Uns persönlich gefällt diese Lösung sehr gut!

Wer kein passendes Fenster neben der Küche hat kann auch auf eine externe Akku betriebene Dusche setzen.

Die Vorteile:

  • Platzsparend
  • Kein zusätzlicher Wassertank
  • Wasserdruck ist vorhanden

Nachteile:

  • Outdoor
  • Muss bei der Planung berücksichtigt werden! Man muss ein Fenster verbaut haben, oder die Küche sehr nah an eine der Türen.

3. Dusche zum Aufhängen oder Pumpen

Für diese Lösung haben wir uns entschieden. Genauer gesagt für einen “schwarzen Sack” den wir auffüllen, in die Sonne legen und dann warten, bis sich das Wasser erhitzt. Auch die Pumpversion funktioniert ähnlich, nur dass hierbei deutlich mehr Druck herrscht. Wir haben außerdem einen Duschvorhang, den wir zwischen unseren Flügeltüren aufhängen können. So können wir uns sogar ganz nackt ausziehen. Meistens duschen wir aber im Bikini oder in der Boardshort ohne Duschvorhang.

Vorteile:

  • wenig Wasserverbrauch. Wir brauchen zu zweit nicht mehr als einen Sack. Meistens sogar nicht einmal so viel.
  • warmes Wasser
  • Das Gefühl unter der Dusche zu stehen. Mehr und mehr haben wir das Gefühl, dass den Menschen oft einfach das Gefühl einer Dusche fehlt.
  • Günstige Lösung.
  • Schnell zu verstauen und benötigt nicht besonders viel Platz.
  • Der Sack sowie die Duschumpe sind handlich und leicht.
  • Diese Duschvariante muss bei der Planung des Campervans nicht besonders beachtet werden.

Nachteile:

  • Warmes Wasser nur in wärmeren Ländern. Zugegeben: Die Sonne muss schon ein paar Stunden wärmen. In Marokko hat das super geklappt. Winter in Portugal ist die Sonne beispielsweise noch nicht stark genug um das Wasser wirklich warm zu bekommen.
  • Nichts für Dauerbenutzung und Zukunftsinvestitionen. Ein paar Monate on the Road: Unser Sack tropft bereits ein wenig. Kaum merklich, aber der Preis spricht wohl für keine hohe Qualität.
Duschsack beim Campen mit dem selbstausgebauten Kastenwagen

4. In den Bucket stellen und Wasser drüber leeren.

Ja, auch das wollen wir hier als Alternative hinzuzählen, denn es ist die wohl meist genutzte Methode von uns um zu Duschen. Vor allem nach dem Surfen – wenn wir den Wetsuit wieder ausgezogen haben – waschen wir uns gerne schnell so ab. Das Wasser ist meist kalt, aber das ist in den Gegenden, die wir bereisen halb so schlimm.

Vorteil:

  • keine zusätzlichen Kosten
  • keine Vorbereitungszeit

Nachteil:

  • kaltes Wasser
Duschen im Campervan mit Wasserflasche und Eimer

5. Waschlappen

“Frag doch mal deine Oma wie sie sich früher geduscht hat” haben wir letztens eine Freundin sagen hören. Nun, wir wollen euch die Antwort verraten: Früher gab es einen “Waschtag” pro Woche. Und das bezieht sich nicht auf deine Bekleidung. Nein. Damit ist das Waschen des eigenen Körpers gemeint. Die restlichen Tage nimmt man einfach ein kleines Handtuch oder einen Waschlappen zur Hand und reinigt die penibelsten Gegenden – also Achseln und Intimbereich. Wir mögen diese Methode, da wir uns so nicht nur komplett nackt waschen können, sondern auch warmes Wasser dazu verwenden. In unserem Wasserkocher setzen wir uns ganz einfach ein wenig Wasser auf den Gasherd und mischen es dann auf die richtige Temperatur. Herz, was willst du mehr?

Vorteile:

  • warmes Wasser
  • wenig Wasserverbrauch
  • indoor

Nachteile:

  • Vorbereitungszeit
  • kein Haarewaschen
  • kein Duschgefühl

6. öffentliche Duschen am Strand / Camingplatz

Wir sind die meiste Zeit am Meer unterwegs und hier bietet sich eine weitere Möglichkeit des Duschens an: Öffentliche Duschen an Badestränden. Im Winter manchmal ausgeschalten, aber Frühling, Sommer und Herbst eine unserer Lieblings Lösungen.

Vorteile:

  • braucht keinen Stauraum im Van
  • gratis
  • Duschgefühl pur

Nachteile:

  • kaltes Wasser
  • outdoor, öffentlich und nicht abschirmbar

Welche Duschmöglichkeit ist die richtige für dich?

Abschließend solltest du dir folgende Fragen stellen, falls du dich nach dem Lesen des Artikels noch für keine Lösung für deinen eigenen Camper entscheiden kannst:

  • Wie viel Budget hast du für deine Dusche/Duschmöglichkeit?
  • Wohin geht deine Reise?
  • Bist du bereit deiner Haut eine Pause zu geben von all den Reizüberflutungen und zu viel Reinigung?

Mindfulness und Umweltbewusstsein

Besonders jetzt, nach einigen Monaten fulltime Vanlife kam das Thema “sparen” immer wieder in unseren Gesprächen auf und damit auch das Thema Wasser und Duschen. Durch unsere Lösung sparen wir nicht nur Wasser- und Energiekosten, sondern tragen etwas zu mehr Awareness im Umgang mit der Umwelt bei. Das macht uns schon ein bisschen glücklich! Setzt man sich nämlich intensiver mit dem Thema Duschgels, Seifen, Shampoos und so weiter auseinander, merkt man schnell, dass diese dem Körper meist nicht reinigen, sondern manchmal sogar verunreinigen und aus dem Gleichgewicht bringen.

Surf & Dusch

Nicht umsonst nennen wir uns “salty roamers” denn oft bleiben wir einfach salzig oder laufen für eine Dusche einfach ins Meer. Das zählt für uns persönlich bereits als waschen. Wir haben uns außerdem beide dazu entschieden, kein Shampoo mehr zu verwenden. Kathi gönnt ihren Haaren nur ab und zu Öle oder Avocado-Bananen Conditioner. Je nachdem, wie sie sich gerade anfühlen.


Was denkst du über das Duschen on the Road. Welche Art des Duschens benutzt du? Wie oft wäschst du dich (wirklich)?

 

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One thought on “6 Arten im Camper zu Duschen und ihre Vor- und Nachteile

  • Dieser Artikel hat mich animiert, von unseren Erfahrungen zu berichten. Wir haben eine Kombination aus Deiner Nr. 2, 3 und 5. Wir haben einen Duschkopf mit Pumpe, erwärmen das Wasser auf einem Gaskocher, mischen es in einem Eimer zur perfekten Temperatur. Dann Pumpe in den Eimer, Kabel an den Zigarettenanzünder anschließen und los gehts. Damit kann man auch prima die Haare waschen. Das machen wir im Freien.
    Wenn das nicht geht, reicht auch mal der Waschlappen und zum Haarewaschen kommt das warme Wasser in einen Krug und wird vom Partner langsam über dem Waschbecken über den Kopf „gekippt“. So kann man mit wenig Wasser eine Haarwäsche erledigen.

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