Camper privat vermieten, Einnahmen, Versicherung, und alles was du wissen musst.

Den selbst ausgebauten Camper vermieten? Das macht man doch nicht! Was ist, wenn etwas kaputt wird? Fallen Steuern an? Habt ihr eine zusätzliche Versicherung? Verdient ihr damit Geld? Und: Lohnt sich das Ganze?

Fragen über Fragen wenn wir erzählen, dass wir unseren Bus zur Vermietung online stellen. Dennoch haben wir es diesen Sommer getan und unseren Van über paulcamper.de vermietet. Hier sind die Antworten zu euren Fragen, alle Vor- und Nachteile auf einen Blick, einige Tipps und Tricks für deine eigene Vermietung und Anmietung und ein Resümee.

Die wichtigsten Fragen geklärt:

Warum vermietet ihr euren selbst ausgebauten Campingbus?

Nachdem wir im Frühling kurzerhand beschlossen für einige Monate nach Österreich zurückzukommen stellte sich bald die Frage: Bleiben wir über den Sommer in Salzburg in unserem Bus oder ziehen wir in ein Zimmer? Die Antwort war uns bald klar, denn schon länger hatten wir überlegt uns mit der Vermietung etwas dazu zu verdienen. In Salzburg sind wir ohnehin immer mit dem Rad unterwegs und außerdem sind Juli und August perfekt, um ein Studentenzimmer anzumieten. Du siehst: Wir brauchten unseren Camper nicht hier in der Stadt. Der Entschluss war gefasst und am nächsten Tag hatten wir Sunday auf die Plattform Paulcamper.de gestellt. Wir sind beide begeisterte Backpacker, haben in 1.000 unterschiedlichen Betten und Couchen geschlafen und nur selten schlechte Erfahrungen gemacht. Warum nicht Sunday vermieten, etwas dazuverdienen und anderen außerdem jemandem eine Freude bereiten? Gesagt getan und schon ging es los.

Fremde Leute in eurem Bett? Vermietet ihr an jeden?

Zwei Fragen, die wir nach unserem Aufruf über Instagram erhielten. Um ehrlich zu sein, nein: Wir vermieten nicht an jeden. Es muss die andere Person schon sympathisch sein und wir das Gefühl haben, dass wir unseren Sunday in gute Hände abgeben. Deshalb finden wir es bei Paulcamper toll, dass du dich vorher mit den Leuten unterhältst und erfährst, wohin die Reise geht. Man beschnuppert sich und kann sogar Handynummern austauschen für ein Erstgespräch. Das Gefühl muss ja auf beiden Seiten passen. 

Fremde in unserem Bett, das macht uns weniger aus, da wir durch unsere Reisen schon oft bei anderen die Couch oder eine Betthälfte crashen durften. Was uns wichtiger ist, ist wie weit der Mieter denn mit unserem Camper fahren möchte, denn viele Kilometer bedeutet einen höheren Wertverlust des Fahrzeugs. Wir hatten beispielsweise eine Anfrage einer Person, die für 3,5 Wochen nach Portugal und wieder retour fahren wollen. Nach einer kurzen Überlegung lehnten wir diese Anfrage ab.

Camper privat über paulcamper vermieten Citroen Jumper L2H2

Was wenn etwas kaputt wird? Gibt es eine extra Versicherung für die Vermietung? 

Das war einer der interessantesten und wichtigsten Aspekte für uns: Generell sind wir froh, von uns behaupten zu können, dass wir uns emotional nicht an Dinge binden. Natürlich ist es trotzdem schmerzhaft, wenn der Camper einen Schaden erleiden sollte. Wir selbst haben für unseren Bus eine Haftpflichtversicherung, das liegt unter anderem am Baujahr. Mit der Vermietung unseres Vans über eine Plattform haben wir den Vorteil, dass eine Vollkasko Versicherung automatisch für den Zeitraum der Vermietung abgeschlossen wird. 

Zusätzlich fällt der klassische Selbstbehalt an, über diesen ist der Mieter ebenfalls informiert. Vom Mieter wird bei Abholung eine Kaution – die in etwa dem Wert des Innenlebens, z.B Geschirr, Dinge zur Mitbenutzung und Ähnliches abdeckt – hinterlegt, die es nach Abnahme wieder zurück gibt. So kann man bei Kratzern oder einer zerschlagenen Schüssel direkt abrechnen. Wir verlangen eine Kaution von € 750,-.

Wie viel verdient man mit privater Camper Vermietung? 

Generell ist unserer Meinung nach jetzt der richtige Moment deinen eigenen Campingbus zu Vermieten, denn Vanlife boomt. Da wir im Sommer ohnehin ein günstiges Zimmer zur Zwischenmiete in Salzburg haben, war es für uns kein Problem unser zu Hause unterzuvermieten. Viele von euch Leben ja nicht Vollzeit im Bus und haben so die Möglichkeit, außerhalb der eigenen Urlaubszeit den Wohnwagen oder Bus zu vermieten. Damit refinanziert du früher oder später deine Fixkosten und evtl. mit der Zeit sogar vielleicht sogar den Ausbau. Außerdem gibst du anderen Leuten die Möglichkeit, ein bisschen ins Vanlife hineinzuschnuppern und es auszuprobieren, bevor sie sich vielleicht selbst einen anschaffen oder ausbauen. 

Zu den Hard Facts: Der Mietpreis für unseren selbst ausgebauten Kastenwagen liegt bei € 85,- bis € 109,- pro Tag, je nach Saison unterschiedlich. In der Hochsaison, in unserem Fall Juli und August haben wir den Camper für € 109,- pro Tag vermietet. Welchen Betrag du verlangen möchtest oder kannst – da schaust du dich am besten auf den Plattformen um und orientierst dich am Marktpreis und der Saison. 

Was bleibt uns davon aber übrig? Täglich werden uns € 18,35 für die Versicherung und € 21,80 Provision an die Plattform – in unserem Fall Paulcamper – abgezogen. Das bedeutet pro Tag bleiben € 68,85 aus der Vermietung für dich selbst übrig. Bei einer Vermietung von z.B. 10 Tagen sind das € 686,50.

Wir vermieten unseren “Sunday” derzeit für 48 Tage und begleichen damit alle Reparaturen, Überprüfungen, Wartungskosten und Versicherungen. Ein hohes Zusatzeinkommen können wir dadurch nicht generieren. Du möchtest von deiner Campervermietung leben? Dann hast du dir damit hohe Ziele gesetzt. Mit etwas Geschick und mehreren Fahrzeugen, ist das möglich, aber zu überlegen.

Müssen die Einnahmen durch die Vermietung versteuert werden?

Eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt. 

Bist du nicht selbstständig oder überschreitest eine Einkommensgrenze nicht, und bist du nicht umsatzsteuerpflichtig, so ist es mit der oben genannten Rechnung (Einnahmen – Versicherung – Provision = dein Zuverdienst) getan. Du solltest den Betrag aber bei deiner jährlichen Steuererklärung angeben. 

Bei uns ist dies aber nicht so, hier das andere Beispiel: 

Da wir selbständig und umsatzsteuerpflichtig sind und durch die Vermietung Einnahmen generieren, müssen wir von den Einnahmen 20% Mwst. (Österreich) abführen. Die Provisionszahlung an Paulcamper beinhaltet aber ebenfalls Umsatzsteuer, die wir uns im Gegenzug wieder zurückholen. Ihr seht, ein wenig ein Workaround, aber wir finden: Es hat sich für uns diesen Sommer ausgezahlt. Der Verdienst muss natürlich auch hier in der Einnahmen-Ausgaben Rechnung aufscheinen und dann entsprechend versteuert werden.

Achtung: Wir sind keine Steuerberater und damit nicht befugt steuerliche Auskünfte zu erteilen, bitte hole dir daher alle Informationen bei dem dir zuständigen Finanzamt oder deinem Steuerberater ein. Jedes Einkommen ist grundsätzlich beim Finanzamt zu melden.

Wo kann ich meinen privaten Camper vermieten?

Es gibt mehrere Plattformen, die diese Möglichkeit – von privat für privat – bieten. Wir haben uns für die Plattform Paulcamper entschieden. Die Provisionen belaufen sich auf allen Plattformen zwischen 10-15%. Für mehr Details kannst du dich auf folgenden Seiten umsehen: 

  • Paulcamper Europaweit
  • campanda.at Vermietung und Mietung in Österreich, Italien und Frankreich
  • yescapa.at Vermietung und Mietung in Frankreich, Deutschland, Spanien, GB, Italien und Portugal
  • shareAcamper.com Vermietung und Mietung in Deutschland, Australien und Neuseeland 
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Warum wir uns für Paulcamper entschieden haben? 

Die Marke wirkt sympathisch, das Angebot ist gut und vor allem in unserer Region ist die Plattform gut vertreten, da sie aus dem deutschsprachigen Raum kommt und wir aus Salzburg aus vermieteten.

Ist die Campervermietung sicher?

Wir haben überlegt, den Camper privat zu vermieten – ohne über eine Vermittlungsplattform. Dadurch hätten wir uns die Provision und die zusätzliche Versicherung erspart. Da über eine Plattform ein Vermittler zwischengeschaltet ist, fühlen wir uns damit aber sicherer. Es kann immer etwas passieren, aber wir wollen keinesfalls den Teufel an die Wand malen. Außerdem greift im Schadenfall nur die Vollkasko von Paulcamper und wir bleiben auf unserer niedrigen Versicherungsstufe. 

Wie verläuft die Übergabe des Fahrzeugs? 

Ihr könnt euch Anfang für eine Chat, Telefon oder Email über KM, Preis und Abholort einigen und im Anschluss daran erst das Angebot annehmen oder ablehnen. Für den Tag der Übergabe gibt es einiges vorzubereiten: 

  • Der Camper sollte gereinigt und vollgetankt übergeben werden. Bei der Rückgabe ist das ebenfalls der Fall. “Rückgabe des Fahrzeugs wie er übernommen wurde.”
  • Übergabe Papiere gibt es direkt von Paulcamper zum Ausdrucken und helfen dir gemeinsam mit dem Mieter etwaige Schäden zu markieren (wie bei einer klassischen Autoanmietung).
  • Da es bei einem Camper einiges zu beachten gibt, kannst du für die Übergabe mit Erklärung in etwa 1h Zeitaufwand einrechnen. 
  • Wir haben uns außerdem entschieden die FAQs zu unserem Bus zu erstellen und den Mieter mitzugeben. Dieses beinhaltet Dinge wie:
    • Wo befüllt man den Camper mit Wasser? 
    • Wie funktioniert der Gasherd im Van? 
    • Wo befinden sich die Steckdosen?
    • Was ist wenn die Wasserpumpe im Wohnwagen nicht funktioniert? 
  • Für das Retournieren deines Autos musst du ebenfalls Zeit einplanen. Beachte bei der Übergabe ab wann die Versicherung seitens Paulcampers greift! 

Vor und Nachteile der Campervermietung zusammengefasst. 

Vorteile

  • kleine Nebeneinnahme 
  • Fahrzeug wird gefahren (wurde nicht zum Herumstehen produziert) 
  • Anderen Menschen eine Freude bereiten 
  • Neue Menschen kennenlernen die gleiche Interessen haben

Nachteil 

  • Zeitlicher Aufwand – Einstellen des Fahrzeugs, Gespräch, Vorbereitung der Übergabe, Übergabe selbst, …
  • Unfallgefahr 
  • Abnutzung unter Anderem steigt die Kilometerzahl, kleine Kratzer… 
  • Falls der Camper dein einziges Auto ist, hast du in diesem Zeitraum keinen fahrbaren Untersatz

Wir begleichen mit der gesamten Vermietungsdauer von 48 Tagen die Unterhaltskosten für den Camper wie Service (Ölwechsel / neue Reifen), Pickerl (Tüv), … 

Unsere Tipps:

  • Mindestmietdauer: 10 Tage, damit es sich der Aufwand auszahlt. 
  • Kilometerbeschränkung abmachen und nicht übersehen. Wir vermieten bis zu 250 km/Miettag ohne Zusatzgebühr) 
  • Den Wagen genauesten kontrollieren – vorher und nachher! 
  • Früh genug online stellen, das Angebot ist groß!

Das Feedback und Interesse ist durchwegs positiv und wir freuen uns, dass den Mietern unser selbst ausgebauter Bus gefällt. Möchtest du ebenfalls deinen Camper vermieten?


Falls du noch nicht bei Paulcamper angemeldet bist, so nutze unseren Link und erhalte bei deiner ersten Vermietung € 100,- Bonus und bei deiner ersten Mietdauer € 30,-

 

Du bist dir noch nicht sicher, ob das Campen so dein Ding ist und dir einen Bus ausbauen möchtest? Eine Anmietung eines privaten Campers ist ideal um das herauszufinden

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