DIY Bauanleitung: Indoor Camper Küche

Wie viel Platz man für die Küche im selbst ausgebauten Wohnmobil braucht und welche Materialien für den Küchenblock und die Arbeitsfläche verwendet wurden. Wo Wasser herkommt und hinfließt, die Gasflasche gut verstaut ist und doch noch genügend Platz für einen Kühlschrank bleibt. Das alles gibt es in diesem Blogbeitrag rund um den Küchenblock ausbau für den eigenen Bus – wie immer ganz simple beschrieben.

Abmessungen für die Wohnmobil Küche

 

Da wir eine fest verbaute Sitzbank sowie ein fix verbautes Bett haben wollten, richteten wir die Größe der Küche nach dem, was zu der Fahrerkabine noch an Platz übrig blieb. Du siehst also: ein Busausbau ist work in progress und man muss sich seine eigenen Prioritäten setzen, nach denen es das persönliche Layout zu planen gilt.

 

Die Abmessungen des Küchenblocks betragen somit 95cm x 52cm x 85cm. Die Waschbecken-Herd Kombination, die wir gebraucht übernahmen, nimmt dabei schon 60cm x 42cm ein. Natürlich überlegten wir hin und her, ob wir eine mobile Küche, also flexible Herdplatten und lediglich eine fix verbaute Abwasch, in unserem Van einbauen sollten, entschieden aber dann mit dem vorhandenen zu arbeiten und haben es bisher nicht bereut.

Für eine Person reicht die Arbeitsfläche mit 32cm x 51cm neben der Abwasch gut aus. Zutaten schneiden, herrichten und Sachen abstellen. Das gute am wenigen Platz ist, dass man schnell wieder alles wegräumt. Zudem haben wir auf unserem ausziehbaren Ess- und Arbeitstisch zusätzliche Fläche. Wenn das Wetter mitspielt, können wir auch draußen am Campertisch vorbereiten und servieren.

Als wir noch Umbauten, dachten wir, wir würden zum Zubereiten eine Verlängerung der Küche brauchen. Deshalb fertigten wir eine an, die zwischen Küche und Bett, also über der schmäleren Sitzgelegenheit, perfekt hineinpasste. Nach drei Monaten Vollzeit-Leben im Bus merkten wir jedoch: Diese Verlängerung verwenden wir nie. Deshalb entsorgten wir sie und haben sie auch nie vermisst. Vieles ist auch einfach Gewohnungssache. Nur weil man in “normalen Wohnungen” viel Platz hat, heißt das nicht, dass man diesen auch braucht.

Arbeitsfläche

Unser Arbeitsfläche besteht aus einer 3 Schicht platte. Diese haben wir mit Beize* besprüht und anschließend mit drei Schichten Klarlack versiegelt. So ist sie gut vor Wasser und Schmutz geschützt.

Konstruktion des Küchenblocks

Der Küchenblock ist, gleich wie unser restlicher Camper Ausbau, mit Kantholz und lackiertem Pappel Sperrholz selbst gebaut. Für die Küchenladen und den Kühlschrank verwendeten wir die für uns bewährten Auszugsschienen.

Gas in der Camper Küche

Zum Kochen verwenden wir Gas, unsere 7kg Flasche befindet sich direkt unterhalb der Kochfelder, in der rechten hinteren Ecke, wenn man so sagen will. Diese verbanden wir mit einem Gasrohr aus dem alten Ausbau + passender Einpressdüse mit dem Gasschlauch inkl. Druckminderer.

Wir führten keinen offiziellen Gastest durch, da unser Camper als LKW angemeldet ist. Um die Verbindung zu überprüfen, füllten wir die Gasleitung mit Gas, drehten die Flasche wieder ab und ließen sie eine Nacht stehen. Am Morgen danach nun der Versuch: das Gas über der Herdplatte anzünden: Brennt es kurz und erlischt es danach wieder, ist es dicht. Brennt es gar nicht, so kannst du davon ausgehen, dass die Leitung ein Leck hat.

WICHTIG: Hier gehst du dein eigens Risiko ein. Bitte ziehe hierbei gegebenenfalls einen Profi zu rate, wenn du dich absolut nicht auskennst!

Falls das Gas doch mal lecken sollte, besitzt unser Bus eine Öffnung unterhalb der Gasflasche, durch den Unterboden des Fahrzeugs hindurch ins Freie.

Frischwasser

Unser Vorbesitzer verbaute bereits einen Wassertank unterhalb des Autos. Diesen übernahmen wir einfach so. Auch war die Wasserpumpe bereits daran angeschlossen. Wir haben also nur noch den Koch Spül Kombie in unsere ausgeschnittenes Loch eingesetzt und angeschlossen. Die Leitungen könnt ihr am Besten mit Schlauchschellen befestigen. Den Wasserhahn haben wir ebenfalls vom alten Ausbau übernommen.

Abwasser

Für das Abwasser haben wir einen Kanister unter der Spüle. Dieser umfasst 10 Liter und hält somit meist für 2 Tage, bis er entleert werden muss.

Kühlschrank

Den alten Dometic Gas Kühlschrank vom vorherigen Ausbau verkauften wir. Zwei Argumente sprachen für unseren jetzt verbauten Kompressor Kühlschrank: Wir haben über unsere Solaranlage genug Strom um ihn am Laufen zu halten, und weniger Platz nimmt unser Kleiner jetzt außerdem auch ein.

Wir haben uns für den CDF 18 von Dometic entschieden. Vom Fassungsvermögen reicht das Volumen vollkommen für uns aus und außerdem hat dieser Camper Kühlschrank einen super geringen Stromverbrauch von 0,38 Ah/h bei +20 °C Umgebungstemperatur. Besonders gut gefällt uns an diesem Wohnmobil Kühlschrank, dass er sich nach oben hin öffnen lässt. So bleibt die Kälte besser im Innenraum und wir konnten ihn ganz einfach mit ausziehbaren Schienen in einer Schublade verbauen.

Spritzschutz

Rund um das Gasfeld brachten wir einen Spritzschutz an. Vor allem für den Fahrersitz war uns das wichtig. Hierfür befestigten wir jeweils Pappelsperrholz seitlich an den Küchenblock. Auf dieses schraubten wir übrig gebliebenes Plexiglas, um die Fläche noch leichter reinigen zu können. Leider hat das Glas mittlerweile ein paar Sprünge. Urspünglich wollten wir Fließen verbauen, haben jedoch keine gefunden die uns zu 100% optisch überzeugten. On the road haben wir bei anderen Vanlifern auch Sprünge in den Fließen gesehen. Was hier die ideale Lösung ist? Gerne lassen wir uns hierzu belehren! Fließen stehen bei uns für ein Upgrade immer noch im Gespräch und wir werden sehen, was sich hier tut.

Um euch ein Gefühl zu geben, wie groß unsere Küche ist und wie genau die Aufteilung nun vorgenommen wurde, könnt ihr euch auch gerne unser Kuchen im Wohnwagen – ohne Ofen – Youtube Video ansehen. Hier könnt ihr die Küche live und in action betrachten.

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