Wie viel kostet das Leben im Camper Van (Part 2 Marokko)

Mit dem eigenen Camper dem Winter entfliehen und nach Marokko fahren. Sonne, Meer, eine neue Kultur und so einige Abenteuer. Aber auch wunderbares Essen, freundliche Menschen sowie günstige Preise findet man hier in Marokko. Wie viel Geld braucht man in Marokko, wenn man im Campervan lebt? Welches Budget sollte man einrechnen für Marokko? Wir haben dir hier alle Kosten für das Leben im Wohnwagen in Marokko aufgelistet und unsere gesamten Ausgaben strukturiert und zusammengefasst.

Wie bereits in Spanien haben wir auch für unseren Aufenthalt in Marokko alle Kosten eines Monats gesammelt, um sie dann zu sortieren, einzuordnen und übersichtlich darzustellen. Das Hilft uns nicht nur einen Überblick zu bewahren wie viel Geld wir für was ausgeben, sondern gibt uns so auch einen Vergleich zu anderen Ländern. Stellen wir so unsere Ausgaben und Kosten im Januar/Februar/März in Marokko mit denen im Dezember in Spanien und Portugal gegenüber, so sieht man sofort: Wir haben hier in Nordafrika viel weniger Geld pro Monat ausgegeben!

Aber wie viel haben wir denn nun für was ausgegeben und welches Budget muss man einrechnen, wenn man in Marokko mit dem Camper unterwegs ist? Nachfolgend siehst du unsere Kosten aufgesplittet in Fixkosten, die nicht variabel anfallen, gefolgt von unseren Camper bezogenen Kosten wie beispielsweise das Tanken. Außerdem die Preise für Essen und Trinken, evtl. Campingplätze, Freistehen und alle weiteren Kosten, die wir als Selbstständige mit einberechnen müssen.  

Alle nachfolgenden Preise sind, wenn nicht anders angeschrieben, in Marokkanischen Dirham (MDH) angegeben.

Fixkosten

€ 66,- fallen pro Monat für die Versicherung unseres Vans an. Die Rechtsschutzversicherung beläuft sich auf € 6,40 pro Monat. Darüber hinaus schlossen wir in Österreich eine ÖAMTC Mitgliedschaft für € 6,85 pro Monat, sowie den ÖAMTC Schutzbrief (1 Person Voll und die zweite als Partner Mitgliedschaft) für € 10,8 ab. Letzterer beinhaltet eine Auslandskrankenversicherung für Europa und einige Mittelmeerstaaten – unter anderem auch Marokko.

Für Marokko benötigen wir zudem eine erweiterte “Grüne Karte”. Diese ist nach der Einreise für 6 Monate gültig und beläuft sich auf einmalig € 50,- Da wir – auf Grund des Visas und unserer Pläne für Europa – 90 Tage, also 3 Monate in Marokko verbringen, berechnen wir diese Kosten mit € 16,66 pro Monat

Insgesamt belaufen sich unsere Fixkosten demnach auf € 106,71, also € 53,355 pro Person.

Camper / Wohnmobil bezogene Kosten

Tanken

Dass Tanken in Marokko günstiger sein soll, das haben wir bereits von einigen Vanlifern in Europa zu Ohren bekommen. Deshalb setzen wir Anfang Januar mit einem relativ leeren Tank über und tankten unseren Camper hier erst mal voll. Die anderen Van Reisenden sollten recht behalten – die Spritpreise hier in Marokko sind sehr günstig. 1 Liter Diesel kostet im Schnitt zwischen 8,8 MDH – 9,4 MDH (€ 0,80 – € 0,86)

Insgesamt gaben wir innerhalb eines Monats 1.230 MDH für Sprit aus. Da wir zu zweit Leben teilen wir uns diese Kosten und haben daher pro Kopf Ausgaben für den Tank in der Höhe von 615 MDH. Reist man alleine, sind diese Kosten dementsprechend höher.

Wir legten im Februar jedoch einiges an km zurück: Von Imsouane ging es bis nach Tan Tan Plage und wieder zurück. Ganze 900km sind das. Wir fahren nicht besonders schnell die meiste Zeit, obwohl man sich über die Straßenverhältnisse auf den Hauptverkehrsstraßen keinesfalls beschweren kann. Dennoch fahren wir lieber in Etappen und bleiben gerne auch einmal länger an einem Ort hängen, besonders wenn es uns dort gefällt. Die Kosten für Benzin / Diesel werden also immer variieren, je nachdem wie viel zu dich bewegst!

Vanlife Marokko leere Straße in der Wüste

Campingplatz Stellgebühren

Ganze 3 Nächte verbrachten wir im Februar auf einem Campingplatz. Hauptsächlich weil wir keinen alternativen, unserer Meinung nach sicheren Platz finden konnten, andererseits weil wir etwas mehr Internet benötigsten oder uns nach einer heißen Dusche sehnten. Die dafür anfallenden Kosten beliefen sich im Februar auf:

  • Sidi Rabat – 80 MAD für 2 Nächte (inkl. Mitbenutzung der Dusche und des WCs eines Hotels nebenan sowie der möglichkeit Wasser aufzufüllen) 
  • Tan Tan Plage – 65 MAD für 1 Nacht (um unsere Netflix Downloads aufzufrischen) 

Generell sind die Wohnwagenparks bzw. Campingplätze meist ziemlich voll von großen Wohnmobilen, zumeist ältere Herrschaften aus Europa, die dem kalten Winter im Norden ebenfalls entfliehen. Die Kosten variieren stark – so zahlt man manchmal 70 MAD / Nacht (Sidi Kaouki) oder aber zwischen 80 und 100 MAD, wie beispielsweise in Imsouane, an anderen Plätzen wieder etwas weniger oder mehr. Auf Campingplätzen in Marokko bezahlt man immer pro Wagen, es macht also nicht aus wie viele Personen sich in diesem Camper befinden. Demnach lassen sich die Ausgaben hierfür wieder gut teilen, wenn man zu Zweit unterwegs ist.

Insgesamt haben wir also 145 MAD für Campingplätze in Marokko ausgegeben. Also 72,50 MDH pro Person. 

Camping am Campingplatz Marokko Preise

Parkgebühren

Traurig, aber wahr: das Freistehen in Marokko ist nicht immer “gratis”. Selbsternannte oder aber auch offizielle – man kann sich da niemals so sicher sein – Parkwächter verbringen tagein tagaus auf beliebten Stellplätzen. Zumeist sitzen sie auf bekannten Surfspots unter ihrem Sonnenschirmchen und verlangen eine Gebühr. Manchmal kommt man mit 5 MAD pro Tag davon, meistens werden 10 MAD verlangt. Selten, aber doch werden 20 MAD abgenommen. Wir wollten niemals eine Diskussion anfangen – und sprechen dafür auch viel zu wenig Französisch, nämlich kaum ein Wort – und gaben demnach im Februar insgesamt 100 MAD für zusätzliche Parkgebühren aus. Das entspricht pro Person 50 MDH.

Lebenshaltungskosten in Marokko

Lebensmittel

Unser Essen bereiten wir meist selbst zu – aber auch auswärts Essen ist in Marokko nicht besonders teuer. Lebensmittel bekommt man auf sogenannten Souks – also den offenen Märkten, in kleine Läden, oder aber auch im Supermarkt. Große Supermärkte, die eine breite Auswahl an verpackten, aber auch unverpackten Nahrungsmittel anbieten gibt es jedoch lediglich in größeren Städten. Die kleinen Läden führen jedoch alles, was man so zum Leben benötigt. Im Idealfall kauft man einfach für eine ganze Woche am Markt ein. Hier hat man unserer Erfahrung nach auch die besten Preise und die größte Auswahl.

Stichwort Preise: Hier haben wir die wichtigsten Lebensmittel niedergeschrieben, dass du einen Richtwert für deinen Einkauf in Marokko hast:  

  • 1 kleiner Laib Brot – 1 MAD (manchmal werden 1,20 verlangt)
  • Bananen – 10 MAD/kg
  • frische Kräuter (Petersilie, Koreander etc.) 1 MAD/Bund
  • Karotten – 3 MAD/kg
  • Mandel Amlou – 150 MAD für 1 Liter – am Markt!
  • Eier – 1 DH/Stk.
  • Couscous – 8 DH/kg
  • Avocados – 30-35 MAD/kg
  • Erbsen – 6 MAD/kg

Für Nahrungsmittel haben wir im Februar insgesamt 1136 MAD für uns beide ausgegeben. Hier ist auch unser Trinkwasser inkludiert. Es ist schade, wie viel Geld wir für Trinkwasser/Wasserflaschen ausgegeben haben. Lediglich ein mal füllten wir ca. 40 Liter ins unsere leeren Flaschen an einer Quelle auf. Die Überlegung einen Wasserfilter zu verbauen oder zumindest einen mobilen Wasserfilter mitzunehmen kam immer mal wieder als Thema auf. Auch trafen wir ein Schweizer Pärchen, die so das Wasser das wir lediglich zum Abwaschen verwendeten, einfach filterten und tranken. Demnach definitiv eine Überlegung wert!

In diesem repräsentativen Monat waren wir insgesamt zwei mal auswärts Essen. Unabhängig davon bereiteten wir jeden Tag unser Essen selbst in unserem Camper zu. Für die beiden Abende im Restaurant bezahlten wir insgesamt 206 MAD für zwei Personen. (Tacos/Pizza und Tee)

Für die Lebensmittel und Produkte des täglichen gebrauches (inkl. Toilettenpapier, Küchenrolle,…) gaben wir schlussendlich 1342 MAD aus. Das entspricht 671 MAD pro Person! 

Souk Markt in Marokko, Gewürzverkäufer preise

Wäsche waschen

In Sidi Ifni kam eine besonders nette Dame auf uns zu und hielt uns einen Flyer entgegen. Eine Öko Laundry Station hatte eben eröffnet – das traf sich sehr gut, denn wir mussten ohnehin Wäsche waschen. Für eine große Maschine bezahlten wir 30 MAD, für den Trockner noch einmal 20 MAD. Wir trocknen unsere Kleidung meist auch, denn obwohl es hier sehr heiß ist, gibt es kaum möglichkeiten eine Leine zu befestigen – zumindest nicht für die Menge an Wäsche, die wir in diesem Fall hatten. Somit gaben wir fürs Wäsche waschen innerhalb diesen Monats 50 MAD aus. (25 MDH pro Person)

Internet

Wir entschieden uns beide eine Sim Karte in Marokko zu erwerben, da wir so auch miteinander kommunizieren können wenn wir unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen. Gleich nach der Überfuhr kauften wir eine Inwi Prepaid Card, später stockten wir mit einer Maroc Telecom auf. Maroc Telecom bietet definitiv die bessere Netzabdeckung! Das Aufladen ist ziemlich einfach. Für 1 GB bezahlt man bei einer Prepaid Karte in etwa € 1,- Wir arbeiten beide am Laptop und verbrauchen am Tag in etwa 1 bis 2 GB gemeinsam. Insgesamt gaben wir im Februar 200 MAD für Daten Volumen aus. (entspricht 20 GB)

Duschen

Im Februar duschten wir ausschließlich mit unserer mobilen Camping Dusche oder mit einer Wasserflasche direkt vor unserem Van, manchmal auch in den Unterkünften in denen wir arbeiteten (Yoga & Fotos).

Wasser auffüllen

Zu Beginn unserer Reise in Richtung Süden füllten wir unseren Wassertank unter dem Auto einmal auf einem Campingplatz auf und zahlten dafür 10 MAD. Später fragten wir einfach bei Tankstellen und fanden immer wieder Quellen oder offene Wasserstellen, bei denen wir unseren Schlauch ganz einfach anschließen konnten und unseren Wassertank befüllten. Dieses Wasser nahmen wir, wie bereits erwähnt, jedoch NICHT als Trinkwasser!

Trinkwasserquelle in Paradise Valley

Vergnügen

Sonstige Kosten, die nicht einordenbar sind, notieren wir uns unter “Vergnügen”. Hierzu zählt auf jeden Fall das Surfen. Für neues Wax haben wir in Mirhleft 40 MAD bezahlt. Unabhängig davon hatten wir in diesem keine weiteren Ausgaben zum „Vergnügen“. 

Surfen in Marokko Longboards am Van

Sonstige Kosten

Polizeistrafen

Leider kamen wir nicht umher einige Strafen zu kassieren. So fuhren wir im Süden einmal angeblich zu schnell. Die Polizei gab an, dass hier eine 60er Zone wäre. Als wir jedoch wieder zurück fuhren sahen wir kein Schild, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 angab. Da wir aber nicht lange diskutieren wollten, zahlten wir die verlangten 300 MAD. Später versicherte uns jemand anderer, dass man mit diesen Preisen auch noch einmal verhandeln könnte – haben wir jedoch nicht getan.

Unnötige 150 MAD gaben wir für falsches Parken in Sidi Ifni aus. “Parken wir in der Nähe der Polizei, da ist es wohl am sichersten.” Sie sahen uns sogar beim Parken zu und winkten uns noch freundlich. Als wir jedoch nach dem Einkaufen am Souk zum Van zurück kamen, stand ein Polizist bereit um uns mitzuteilen, dass wir in die falsche Richtung geparkt hätten. 

Auto Waschen

In Marokko ist es trocken. Sehr sehr trocken. Deshalb beschlossen wir in etwa nach der Hälfte unseres Marokko Aufenthaltes unserem Camper eine Dusche zu gönnen. Die Tatsache, dass es einfach nicht regnet und man durch sehr viel Staub und Sand fährt, ließ unseren Camper bald eine beige Farbe annehmen. Als wir dann also in Agadir eine Tankstelle mit hohen Waschmöglichkeiten entdeckten nutzten wir die gelegenheit und zahlten für diesen Waschgang 20 MAD.

Was geben wir also nun pro Monat aus?

Insgesamt gaben wir im Februar in Marokko also 4747,82 MAD – das entspricht 436,33 EURO aus. Da wir gemeinsam im Van leben und uns die Kosten 50/50 teilen entspricht dies pro Person: € 218,17. Um einen Vergleich zu ziehen, was denn das Leben im Van in Europa so kostet, ließ gerne unseren Beitrag über unsere Ausgaben eines Monats in Portugal/Spanien.

Hinzu kommen noch individuelle Kosten wie evtl. Pensionsvorsorgen/ Anlagen / Versicherungen / Gewerbekosen und unsere Selbstständigkeit. Da diese Ausgaben sehr individuell sind, haben wir uns in unserem Beitrag auf die Reise und Lebenskosten im Van und während unserer Zeit in Marokko konzentriert.

Abschließend wie immer unser Hinweis: natürlich geht es wahrscheinlich noch günstiger. Teurer ebenfalls. Wir haben unseren Lifestyle so gewählt und verdienen außerdem on the road ein wenig Geld, weshalb wir nicht IMMER die absolut grünstigste Variante wählen, aber meistens doch auf den Preis achten.

Lasst uns gerne wissen wie viel Ihr so für euer Leben im Campervan in Marokko ausgegeben habt!

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