Wie viel kostet das Leben im Campervan? (Part 1 Spanien)

Alles hinter sich lassen, keine Miete mehr bezahlen und einfach im Van leben. Das Leben kann doch so einfach sein – und auch viel günstiger. Aber: Wie viel kostet denn das Leben in einem mobilen Zuhause wirklich? Zahlt es sich aus, alles hinter sich zu lassen, oder gibt es einen deutlichen Unterschied? Wir haben für euch alle Ausgaben des Monats Dezember gesammelt und in diesem Beitrag themenbezogen aufgeschlüsselt.

Um dir die untenstehenden Kosten besser verständlich zu machen, hier ein paar Details zu unserem Aufenthalt im Dezember: Seit 1. Dezember 2018 leben wir nun gemeinsam in unserem Campervan. Bis Mitte des Monats verbrachten wir unsere Zeit an der Algarve, im Süden Portugals, dann den restlichen Monat in Andalusien, Spanien. Während dieser Zeit haben wir jede noch so kleine Rechnung aufgehoben und in eine Tabelle eingetragen. Nicht nur für dich als Leser, sondern vor allem auch für uns selbst, um zu sehen, wie viel wir für welchen Bereich des Lebens ausgeben.

Vanlife Kosten

Ein großer Vorteil daran ein mobiles Heim zu haben ist, dass man die Kosten von Wohnung und Fahrzeug zusammenführt. Demnach muss man dafür aber auch mit Fixkosten rechnen. Lebt man in einer Stadt, so kann man sich beispielsweise ein eigenes Auto ersparen, lebt man in seinem Camper fulltime, so hat man hier mit Kosten zu rechnen. Um dir gut aufzuzeigen welche Ausgaben wir in welchen Bereichen des alltäglichen Lebens so haben, siehst du die Kosten unseres Vanlifes in unterschiedliche Themengebiete unterteilt. Außerdem leben wir zu Zweit in unserem Camper, sodass wir uns diese Kosten teilen können:

Fixkosten

Für unsere Autoversicherung zahlen wir € 66 pro Monat, die Rechtsschutzversicherung beläuft sich auf € 6,40 pro Monat. Außerdem haben wir uns dazu entschlossen eine ÖAMTC Mitgliedschaft (€ 6,85 pro Monat) sowie den ÖAMTC Schutzbrief ( 1 Person Voll und die zweite als Partner Mitgliedschaft) für € 10,8 abzuschlißen. Letzterer beinhaltet eine Auslandskrankenversicherung für Europa und einige Mittelmeerstaaten – wie beispielsweise Marokko.

Insgesamt belaufen sich diese Kosten demnach auf € 90,05, also € 45,025 pro Person.

Parkplatzgebühren

In Portugal parkten wir ausnahmslos “wild”. Nur ein einziges Mal wurden wir darauf hingewiesen, dass wir hier nicht schlafen dürften, woraufhin wir ganz einfach auf einen anderen Parkplatz fuhren. Demnach hatten wir hierfür null Ausgaben!

Während unseres Tagesausflugs nach Sevilla zahlten wir € 5,- für einen bewachten Parkplatz – für den gesamten Tag. Lediglich etwas südlich von El Palmar, genauer gesagt in Canos de Meca, sprach und ein etwas berauschter Local an und bat um Geld (€ 1,5), sodass er auf unser Auto aufpassen würde, während wir surfen gingen. Carlos, so sein Name, hat nämlich im Winter keinen Job, da der Tourismus nur im Sommer boomt hier.

In der off season zu reisen hatte hierbei sicherlich seine Vorteile! In El Palmar parkten wir mit einigen anderen Campern auf einem einfachen Strandparkplatz, der sobald es wieder touristischer wird im Frühling, sicherlich nicht zum Campen benutzt werden darf. Auch für Portugal können wir uns vorstellen, dass es schon mal eng werden kann auf den Parkplätzen zu den Stränden. Deshalb denken wir, dass der Winter eine tolle Zeit ist, um den Süden zu erkunden 

Für das Parken haben wir im Dezember € 6,5,- ausgegeben.

Tanken

Generell bleiben wir gerne etwas länger an einem Ort wenn es uns dort gefällt, und bewegen und zudem in eine Richtung fort. So ging es für uns von der Algarve weiter richtung Osten – also Andalusien, Spanien und dort die Küste entlang hinunter bis nach Tarifa. Zusätzlich zu kurzen Fahrten (wie beispielsweise zu einem Supermarkt, unterschiedlichen Surfsports etc.) legten wir folgende Strecken in unserem Van im Dezember zurück:

  • 500 km Sagres, Portugal nachTarifa, Spanien
  • 300 km El Palmar – Sevilla hin und retour

Das entspricht einer gesamten Tankfüllung mehr, als wir normal verbrauchen würden.

Generell fahren wir mit einem Verbrauch von 8-10 l/100km. Insgesamt gaben wir im Dezember € 153,- für Benzin aus. Das entspricht € 76,50 pro Person.

Lebenshaltungskosten

Lebensmittel

Wir lieben es zu kochen und neue Gerichte zuzubereiten. So kann es schon mal vorkommen, dass wir einen halben Tag am Markt beim Shoppen verbringen und Allerlei einkaufen. Wir haben uns selbst hierbei kein Limit gesetzt, sind uns aber der unterschiedlichen Preise sehr bewusst und kaufen daher so gut es geht lokal/regional ein. Wir vergleichen die kg Preise und greifen nicht wahllos zu den Produkten. Zudem wollen wir hier festhalten, dass wir vegetarisch leben und somit keinerlei Ausgaben für Fleisch haben! In den nachgestellten Kosten sind nicht nur Lebensmittel (Essen) sondern auch ein paar Flaschen Wein und ein paar Bier inkludiert. Außerdem essen wir gerne süßes und Kathi trinkt Kaffee.

Insgesamt gaben wir für selbstgekochte Gerichte im Dezember € 235,- aus. Ein paar mal gingen wir außerdem Auswärts essen, in diesem Monat evtl. sogar mehr als es normalerweise Standard für uns wäre – und gaben dabei zusammen € 118,- aus.

Pro Person ergibt sich daraus die Summe von € 176,50 für Nahrungsmittel also Essen und Trinken.

Frückstück im Van

Wäsche waschen

Wir waren selbst überrascht, wie viel Geld wir für das Waschen unserer Wäsche, darin inkludieren wir Küchentücher, Bettwäsche und unsere Kleidung, ausgaben. Ganze drei mal benutzten wir eine Waschmaschine und den Trockner und gaben damit insgesamt gemeinsam € 26,90 aus. Zwei mal in Portugal (Sagres & Lagos), einmal in Spanien (Conil).

Das entspricht € 13,45 pro Person.

Internet

Für das Internet in Portugal haben wir auf Nos Livre XL gesetzt. Dieser Tarif bietet unlimitiertes Datenvolumen und eine sehr schnelle Verbindung. Außerdem ist er mit € 1,-  Euro sehr günstig! Wie wir finden, ein fast unschlagbares Angebot, womit sich Portugal als Digital Nomads Land und Vanlife ideal eignet.

In Spanien gibt es leider kein vergleichbares Angebot. Hier haben wir uns für 20Gb von Lycamobil für € 20,-  enschieden, die Sim Karte kostete zusätzliche € 8,-

Für das Internet haben wir somit im Dezember € 58,- ausgegeben.

Das entspricht pro Person € 29,-  für einen Monat.

Duschen

Im Dezember waren wir lediglich ein Mal warm duschen und bezahlten dafür pro Person € 3,- auf einem Campingplatz in der Nähe von Aljezur, Portugal.

Vergnügen

In Arrifana hatten wir von einem besonders guten Masseur gehört und entschieden uns daher beide eine Massage zu nehmen. Für 1h bezahlten wir jeweils € 25,- 

Während unseres Tagesausflugs nach Sevilla entschieden wir uns den Eintritt ins Alcázar als kleine Sightseeing Exkursion € 23,-

Für das Vergnügen haben wir somit € 24,- pro Person ausgegeben.

Arrifana perfekt mit dem Van zu bereisen

Sonstige Kosten

Fähre nach Marokko

Im Dezember haben wir uns auch bereits das Fähren Ticket für Marokko gekauft. Für dieses bezahlten wir insgesamt (für zwei Personen und unseren Camper € 180,- Mehr zur Reise nach Marokko findet ihr im Beitrag “Mit dem Campervan nach Marokko”.

Weitere laufende Kosten

Da wir beide in Österreich selbständig sind, zahlen wir dort auch unsere Sozialversicherung (Pensionsversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Selbständigenvorsorge) in der Höhe von jeweils mind. 111,70€ pro Person.

Da wir keinen Haushalt mehr besitzen und somit auch keine Privathaftpflichtversicherung besitzen, haben wir diese extra über die VAV für € 49,- im Jahr abgeschlossen. Das entspricht € 4,08 pro Monat pro Person.

Wellen in Portugal perfekts Vanlife

Was geben wir also nun pro Monat aus?

Insgesamt hatten wir daher im Dezember pro Person Ausgaben in der Höhe von € 576,50,- pro Person. Hierzu kommen noch weitere Kosten für unsere Selbstständigkeit, die jedoch vom Gewerbe stark unterschiedlich sind.

Wie bereits erwähnt, leben wir in unserem Camper und haben daher keine weiteren Kosten für eine Wohnung in Österreich. Hierfür entfällt also Miete, Nebenkosten wie Reparaturen in der Wohnung, Strom, Gas, eine Haushaltsversicherung etc. Am Wagen fielen bisher keine Reparaturkosten an. Außerdem leben wir beide sehr minimalistisch und gehen kaum shoppen. Neue Kleidung, Accessoires oder ähnliches sind daher die absolute Ausnahme. Auch neues Equipment kaufen wir nur wenn nötig und sehen das als Jahres Investitionen für unsere Selbstständigkeit nicht aber als monatliche Fixkosten.

Zusammenfassend möchten wir sagen, dass wir das Vanlife aus Liebe zum Meer und zum Reisen gewählt haben. Sparen war ein toller Nebeneffekt für uns, aber nicht vorrangig unser Ziel. Dennoch können wir bereits nach dem ersten Monat Vergleich festhalten, dass wir uns jedenfalls die Mietkosten ersparen. Ob es sich mit Kosten zur Erhaltung des Fahrzeugs, welches ja unser kleines Haus auf Rädern ist – gegengerechnet, werden wir euch zu einem späteren Zeitpunkt erzählen. Wir werden weiterhin unsere Kosten zusammentragen und sind gespannt, wie sich diese über die Zeit hinweg und in den unterschiedlichen Ländern entwickeln.

Bereits online: Wie viel kostet das Leben im Campervan – Part II Marokko

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