Vom Kombi zum VW T4 – Hannah und Adrian

Für Hannah und Adrian ging es 2018 auf Weltreise. Wärend ihrem Roadtrip durch Australien in einem Kombi packte sie das Vanlife-Fieber. Zurück in Deutschland bauen sie sich einen T4 mit zwei Schiebetüren in ihren ganz persönlichen Traum-Camper aus. “All diese Momente, wie morgens das Gluckern der Kaffeekanne auf dem Gasherd zu hören, unter der Lichterkette im Pinienwald zu sitzen, mit Meeresrauschen einzuschlafen oder aus dem Bett zu steigen und direkt draußen in der Natur zu stehen, sind einfach so besonders.” Beschreibt Hannah die liebe zum Reisen mit dem Bus.

Wie kamt ihr zum Vanlife? Was hat euch dazu bewegt einen Camper umzubauen?

Ich weiß gar nicht, wo das seinen Ursprung hat, aber der Traum von einem eigenen Van war irgendwie schon immer da! Nach dem Abi gingen mein Freund Adrian und ich auf Weltreise, während der wir auch längere Zeit in Australien waren. Für einen Van reichte das Budget damals nicht, aber wir hatten einen Kombi mit einer Matratze hinten drin und dem nötigsten an Campingausrüstung und haben es einfach gelieeebt!

Ewig lange und langsam unterwegs zu sein, das einfachste Leben führen, morgens irgendwo in der Natur aufwachen, abends unterm riesigen Sternenzelt sitzen… Es war einfach so schön. Als wir dann von der Weltreise nach Hause kamen, hatten wir diesen Traum immer noch – und sechs Monate Zeit, bevor das Studium beginnen sollte. ALso arbeiteten wir, sparten so viel wir konnten und kauften uns schließlich unseren VW T4 Transporter.

Etwas über drei Wochen bastelten wir an unserem Van herum, ohne Plan aber mit vielen chaotischen Ideen. Schließlich war unser kleines Zuhause auf Rädern fertig (so fertig, wie ein Van eben jemals ist) und wir düsten noch für ein paar Wochen zum Surfen an den Atlantik. Seitdem sind wir total verliebt ins Vanlife und suchen ständig nach Gelegenheiten, wenigstens ein bisschen unterwegs zu sein auch wenn Studium und Corona einem hier nicht allzu viel Luft lassen…

Warum reist ihr gerne mit dem Bus? 

Ich glaube, es sind so ganz klassische Dinge, die uns reizen: hinzufahren, wo und wann wir wollen, so nah an der Natur zu leben, sein eigenes, kleines Zuhause immer dabei zu haben… All diese Momente, wie morgens das Gluckern der Kaffeekanne auf dem Gasherd zu hören, unter der Lichterkette im Pinienwald zu sitzen, mit Meeresrauschen einzuschlafen oder aus dem Bett zu steigen und direkt draußen in der Natur zu stehen, sind einfach so besonders. Aber wir lieben auch, wie schnell man mit anderen Campern in Kontakt kommt und wie viele tolle, offene und interessante Menschen einfach in der Vanlife-Community unterwegs sind!

Warum gerade ein VW Bulli? 

Zu Beginn hielten wir nach vielen, unterschiedlichen Kastenwagen Ausschau, aber der VW T4 hat sich immer mehr herauskristallisiert: einerseits VW als weit verbreitete, bekannte Marke, die als verlässlich gilt und für die man überall leicht Reparaturen und Ersatzteile bekommen kann. Andererseits der T4, der als als widerstandsfähig und noch mechanisch genug bekannt ist, um viele kleine Reparaturen selbst machen zu können. Außerdem ist der Verbrauch recht niedrig für einen Wagen wie diesen.

Hinzu kam aber auch noch die Verfügbarkeit (bei VW-Bussen gab es einfach mehr Auswahl, als wir suchten) und, ganz ehrlich gesagt: der Bulli gefiel uns einfach gut. Wir fühlten uns sofort wohl damit und wir haben es seitdem auch keinen Tag bereut. 

Der einzige Nachteil ist wohl das Rostproblem. Aber wer weiß, inwiefern das bei anderen Autos besser gewesen wäre oder ob die dann nicht andere Nachteile mitgebracht hätten, die das wieder ausgleichen.

Wo habt ihr euch eure Inspirationen und Hilfe für den Ausbau gesucht?

Überall! Hauptsächlich haben wir YouTube-Videos geschaut. Durch langjähriges Träumen und Verfolgen von anderen beim Ausbau hatten wir schon verschiedene Ideen, wie wir unseren Van ausbauen wollten. Den Rest recherchierten wir uns dann zusammen oder bauten einfach drauf los. Wir hatten auch keinen richtigen Plan für den Ausbau, was man manchmal auch gemerkt hat, aber im Endeffekt sind wir sehr zufrieden — wenn auch wir bei einem erneuten Ausbau vielleicht das Eine oder Andere anders angehen würden.

Wer hat euch beim Ausbau geholfen oder habt ihr diesen alleine bewerkstelligt?

Adrian und ich haben das meiste selbst gemacht, aber bei einigen Dingen waren uns unsere Eltern eine große Hilfe. Adri’s Papa ist Industriemachaniker und konnte uns so mit einigen kleineren Metallarbeiten oder grundlegenden Konstruktionsideen helfen — zum Beispiel, zusätzliche Gewinde in die Karosserie einzulassen, um Möbel stabiler und sicherer zu befestigen: Ideen, auf die wir von alleine nie gekommen wären.

Meine Mama hingegen kennt sich gut mit Holz aus, sodass wir zum einen einiges an Werkzeug wie Säge, Schleifmaschine, etc. von ihr benutzen, aber auch zur Verarbeitung und Behandlung des Holzes immer gute Ratschläge einholen konnten.

Was ist euer absolutes Lieblingsteil im Bus?

Ohne Witz, ich glaube das ist die Lichterkette! Und natürlich unsere Surfboards. 😁 Aber die gehören ja nicht wirklich zum Bus. Doch, es sind tatsächlich die kleinen Dinge, die das Leben im Bus so gemütlich und angenehm machen. Schon in Australien hatten wir eine Lichterkette, bevor wir überhaupt das Auto gekauft hatten! Für uns gibt es einfach nichts heimeligeres. Auch meine Hängematte liebe ich seeeehr. Und unsere Kuscheldecke, die wir noch aus Peru mitgenommen haben, unser kleines Bücherregal, die italienische Kaffeekanne und die Lieblingstassen… Ich glaube, man erkennt das Schema, haha.

Worauf bist du beim Ausbau besonders stolz?

Allgemein sind wir stolz darauf, dass es so gut geworden ist, obwohl wir sowohl in Vorwissen und handwerklichen Fähigkeiten als auch Budget und Zeit für den Ausbau so begrenzt waren. Wir haben bis jetzt noch echt wenige Dinge ändern müssen und fühlen uns pudelwohl im Bus.

Unser Lieblings-Feature ist wohl, dass man von beiden Seiten an die Küche rankommt. Denn wenn wir länger irgendwo stehen, lassen wir das Bett oft ausgezogen, kochen draußen und kommen dann von Innen nicht mehr an die Schränke heran. 

Was war das Schwierigste beim Bus Ausbau für euch?

Dass man so oft auf Kleinigkeiten stößt, mit denen man vorher nicht gerechnet hat, und die einen dann irgendwie ewig aufhalten. Das Zusammengebastel unserer neuen Matratze und deren Bezug war zum Beispiel ein viel größeres Rumgefummel, als ich gedacht hatte. Ebenso das Rostentfernen zu Beginn, dass wir auch prompt nicht gut genug gemacht haben und was uns dieses Jahr noch eine Weile beschäftigen wird. Beim Einbau des Dachfensters hatten wir auch so unsere Schwierigkeiten. Erst ging der Rahmen nicht ran, dann war es undicht. Und an das Verlegen von Elektrik haben wir uns noch gar nicht rangewagt!

Es gibt definitiv vieles, was einen zwischendurch mal überfordert. Aber ich denke das ist normal und genau aus diesen Situationen kann man im Endeffekt am meisten lernen. 

Du reist ja allgemein sehr viel. Erzähl uns ein wenig: Wie kam es dazu, was liebst du am Reisen besonders und wie finanzierst du dir deine langen Auslandsaufenthalte?

Stimmt — auch wenn ich persönlich finde, dass da noch Platz nach oben ist, sind wir schon viel unterwegs. Allerdings ist es lange nicht so, wie viele es irgendwie wahrnehmen: nämlich, dass wir ständig nur am Reisen sind.

Gut, wir waren nach dem Abitur anderthalb Jahre auf Weltreise. Das haben wir zum einen durch Sparen vorher und Work & Travel in Australien finanziert, außerdem reisen wir meist recht einfach und günstig, sodass wir auch mit wenig Geld lange hinkommen. 

Seitdem waren wir nicht mehr länger unterwegs, ich würde es sogar mehr als Urlaub als Reisen bezeichnen. All die kürzeren Reisen finanzieren wir ganz unspektakulär, indem wir neben dem Studium jobben und Geld sparen. Sowohl Blog als auch YouTube mache ich nur zum Spaß und halte damit maximal die dadurch entstehenden Kosten gering.

Diesen Winter waren ich und der VW-Bus noch drei Monate in Hossegor & zwei Monate in Nazaré — allerdings im Rahmen meines Praxissemesters, das ich in einer kleinen Surf-Filmproduktion absolviert habe. Das war keine Reise im klassischen Sinne, ich habe auch nicht om Van gewohnt in der Zeit, sondern ihn nur für kleinere Ausflüge genutzt, oder um einfach mal am Strand im Bett zu frühstücken. Diese Zeit wurde wiederum teilweise von Erasmus+, teilweise durch meine Praktikumsvergütung finanziert.

Mal sehen, was der Sommer noch so bringt! Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, bald wieder gemeinsam los zu reisen, wie auch immer das aussehen wird. Dabei hoffen wir natürlich wieder anderen Vanlifer zu begegnen und Momente on the road gemeinsam zu erleben. 

 

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