Wohnmobil Basisfahrzeug: Warum dieser Kastenwagen

Der erste Schritt ist ja bekanntlich der schwerste, weshalb die richtige Wahl des Camper Basisfahrzeugs auch länger dauern kann, als der Umbau selbst. Die Auswahl ist größer denn je – neben den Klassikern wie den VW Westfalia, California oder T3 könnte man auch einfach einen modernen Kastenwagen ausbauen. Es gibt viele Punkte beim Kauf zu beachten. Erst wenn alle diese Fragen geklärt sind, ist man bereit, sich ein Camper Basisfahzeug zu kaufen.

In diesem Blogbeitrag erzählen wir dir unsere Geschichte bis zum Kauf unseres Kastenwagens. Argumente, die uns dazu bewegten, nach sechsmonatiger Suche und einigen Besichtigungen schließlich Sunday, unseren ersten eigenen Van, mit nach Hause zu nehmen. Am Ende des Artikels haben wir dir die wichtigsten Fragen, die du dir vor dem Kauf eines Campers stellen solltest, zusammengefasst.

Living the Vanlife Dream

Unsere anfängliche Suche nach dem richtigen fahrbaren Untersatz war stark von Bildern von selbst Ausgebauten Wohnmobilen auf Instagram und in Magazinen beeinflusst. Viele dieser Vanlifer waren aus den USA und hatten einen Mercedes Sprinter, oder aber aus Europa mit einem VW Crafter oder T3 / T4 / T5 Modell. Die tollen Fotos erweckten in uns das Bedürfnis nach eben genau so einem Van.

Uns fiel auf, dass selten Kastenwagen der Baureihe Citroen Jumper, Fiat Ducato oder Peugeot Boxer vertreten waren. Zugegeben: beim hören der letztgenannten Marken kommt einem nicht sofort der tolle “Vanlife Dream” in den Kopf, … Weshalb unsere Suche anfangs auf Mercedes Sprinter und VW Crafter / T5 / T4 / T3 etc. fokussiert war. Zu Beginn orientierten wir uns an genau diesen klassischen Modellen. Nach und nach wurde uns aber klar, dass wir unseren eigenen Traum leben wollen, schließlich heißt es Individualismus weil jeder anders sein kann, darf und auch soll.

Camper ausbau mit querbett im Citroen Jumper

Unser eigener Traum vom Camper

Um eine Entscheidung zu einem passenden Kastenwagen zu treffen, beschlossen wir uns selbst ein paar Eckpunkte zu stecken. So konnten wir die Auswahl eingrenzen und gezielter bei unserer Suche vorgehen. Demnach entschieden wir uns für die folgenden Rahmenbedingungen für unser Basisfahrzeug:

Baujahr und Laufleistung

Wichtig war uns, dass unser zukünftiger Wohnwagen ein neueres Baujahr ist. Wir beide arbeiteten bislang in der Medienbranche und hatten bis dato keine Ahnung von Mechanik bzw. von Autos. Daher entschieden wir uns, dass wir kein älteres Modell kaufen würden, da wir selbst kleinste Eingriffe wohl nicht ohne einem Mechaniker vonstatten bringen würden. Manchmal muss man einfach ehrlich zu sich selbst sein. Unsere Grenze: Maximal 10 Jahre sollte er also alt sein. Mit diesem Alterslimit setzen wir außerdem für uns fest, dass unser Basisfahrzeug nicht mehr als 150.000km am Tacho haben sollte.

Groß, klein, langer oder kurzer Wagen?

Da wir zu zweit in dem Campervan wohnen, waren wir uns sofort einig: es muss ein Hochdach werden. Falls es regnet oder stürmt oder wir mitten in einer Stadt stehen, wollen wir die Möglichkeit haben im Wohnmobil stehend kochen zu können. Wir wollten die nächste Zeit unseres Lebens auf keinen Fall gebückt oder auf Knien in einem kleinen Auto verbringen. Auch die Befestigung der Surfboards an der Innendecke des Wagens und der damit einhergehende Höhenverlust sprachen eindeutig für ein hohes Dach.

Bei der Länge unseres Campers entschieden wir uns für die mittlere Ausführung. Nach Besichtigungen von langen und kurzen Kastenwägen sowie einem wagen Grundriss im Kopf  war das die ideale Lösung für uns. Wir würden den Platz des langen Autos nicht unbedingt benötigen, da wir nicht vor hatten eine Nasszelle, also Dusche, in unserem Wohnwagen zu verbauen. Außerdem lässt sich unser Kastenwagen auch problemlos in allen standardisierten Parkplätzen parken, da er keine Überlänge verzeichnet.

Weiters eingeschränkt wurde unsere Suche durch folgende Voraussetzung, nach der wir sehr oft gefragt werden: unser Bett! Sieht man sich die Maße der Kastenwägen etwas genauer an, so fällt auf, dass der Citroen Jumper, Fiat Ducato und Peugeot Boxer breiter sind als beispielsweise der Ford Transit oder Mercedes Sprinter. Als wir dann berechneten, dass wir so unser Bett quer im Wagen fix verbauen können, stand fest, dass wir wohl einen Citroen, Fiat oder Peugeot für unseren Umbau kaufen würden.

Extras gefällig?

Extras im Auto sind wie das Sahnehäubchen auf der Erdbeertorte. Nice to have, aber kosten dann doch etwas mehr. Siehtlocker einige Tausender nur an Extras ausgeben. Die folgenden drei Add Ons wollten wir uns jedoch  trotzdem nicht nehmen lassen und setzten sie auf unsere Wunschliste des idealen Basisfahrzeugs.

Tempomat. Da wir lange Strecken zurücklegen war ein Tempomat für uns ein Muss. Diesen hätten wir auch nachgerüstet, falls im Basisfahrzeug keiner Verbaut gewesen wäre.

Standheizung. Eine eher umstrittener Punkt, denn: wir haben zwar sogar eine Standheizung in unserem Camper, sie jedoch aktuell noch nie verwendet. Da wir noch keine Zeit hatten die Leitungen in den Laderaum zu legen und die Standheizung demnach in den Fahrerraum bläst, macht sie aktuell noch wenig Sinn. Außerdem hatten wir bisher nie das Gefühl zu frieren. Die gute alte Wärmflasche ist derzeit ein guter Ersatz für jede Heizung. Hier kommt es stark darauf an, in welche Länder du mit deinem Camper reisen möchtest.

Zweisitzer. Zu Beginn unserer Suche war dieses Extra eher “nice to have”. Nun, da wir aber  einen Zweisitzer besitzen, würden wir uns nie mehr anders entscheiden. Ganz simpel und schnell von der Fahrerkabine in den Wohnraum zu gelangen und umgekehrt hat sich für uns als sehr kompfortabler Standard eingebürgert. Ein zusätzlicher Vorteil: es gelangt jede Menge Licht vom Fahrerraum in den Wohnraum.

Unser Basisfahrzeug

Geworden ist es für uns schlussendlich ein Citroen Jumper L2H2. Bezüglich der Marke waren wir, wie weiter oben bereits erwähnt, offen für mehrere Kastenwägen, wichtig war uns aber, dass wir das Bett nicht jeden Tag neu aufbauen müssen. Das Querschlafen ist ein absoluter Luxus und lässt uns außerdem so einiges an Platz gewinnen!

“Sunday” wie wir unseren Jumper getauft haben, erfüllte schließlich alle Voraussetzungen, die wir an unser Basisfahrzeug hatten: < 150.000 km, BJ 2008, Zweisitzer, Standheizung und Tempomat. Wenig bis kein Rost und der ausschlaggebende Punkt: Sunday wurde zuvor bereits als Wohnmobil verwendet! Deshalb wussten wir, dass das Fahrzeug gepflegt war und nicht “schlecht behandelt” wurde. Außerdem ist unser Citroen Jumper vollverzinkt und trotzt somit auch der salzigen Meeresluft, in der wir uns größtenteils aufhalten.

Uns das Beste daran: er hat sogar ins Budget gepasst. 🙂

Unser Camper Basisfahzeug Citroen Jumper L2H2

In 4 Fragen zu deinem Basisfahrzeug

Nun aber zusammenfassend die wichtigsten Punkte, die du vor dem Kauf deines Basisfahrzeugs zum Camper Ausbau beachten solltest: Um das passende Fahrzeug für dich zu finden solltest du dir folgende Fragen stellen. MIt der Beantwortung dieser Eckpunkte schließt du nach und nach Fahrzeuge aus und kommst somit eine Idee davon, was zu dir passt.

  1. Das Budget: Wie viel willst oder kannst du für das Fahrzeug ausgeben?
    • Teile dein Budget gut auf und überlege, wie viel Geld du für den Umbau noch benötigst
  2. Das Innenleben: Wie viel Platz brauchst du?
    • Hochdach oder reicht ein niedriges Fahrzeug?
    • Reist du alleine, zu Zweit oder gar als Familie?
    • Möchtest du Sanitäreinrichtungen im Wagen verbauen? Wenn ja – dann benötigst du den entsprechenden Platz!
  3. Die Reise: Wohin möchtest du mit deinem Van fahren?
    • Benötigst du dafür einen Allrad?
    • Wie viel PS möchtest du haben?
  4. Der Look: Wie wichtig ist dir das Aussehen?
    • Möchtest du eher ein Kultfahrzeug oder lieber etwas Moderneres?

Letzten Endes ist jeder Mensch anders und trifft seine eigenen Entscheidungen. Es hat uns geholfen uns Inspiration bei anderen zu holen. Schlussendlich ist es aber wichtig, deine eigenen Prioritäten zu setzen. Schließlich ist es dein kleines zu Hause auf Rädern.

Für welches Ausbau Layout wir uns entschieden haben erfährst du im Artikel “Unser Perfektes Camper Layout” und was das ganze gekostet hat liest du im Beitrag “Was kostet der Ausbau eines Campervans?

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2 thoughts on “Wohnmobil Basisfahrzeug: Warum dieser Kastenwagen

  • Hallo ihr Beiden,
    erst einmal ein großes Lob. Ich finde Ihr schreibt wunderbar hilfreiche Artikel, weil ihr die Details auflistet, die ich auf anderen Seiten oft vermisse.

    Ich bin noch auf Fahrzeugrecherche und frage mich, ob ich unbedingt eine AC im Führerhaus benötige oder ob die auch verzichtbar wäre. Gerade in wärmeren Ländern (und mit Hund, der vorne mit fährt). Habt ihr eine AC und was sind eure Erfahrungen?

      Antworten
    • Hey Corina,
      Dankeschön, das freut uns zu hören.

      Als unbedingtes Must-Have sehen wir die AC nicht. Wir sind eigentlich nicht wirklich ein großer Fan von Klimaanlagen.
      Wir haben zwar eine AC, aber zu 99% lassen wir lieber die Fenster ein Stückchen runter als die AC anzumachen. Zugegebenermaßen waren wir aber auch an 2-3 sehr heißen Tagen auf unserer 10 Monatigen Camper reise richtig froh über die AC.
      Ich denke es kommt ganz auf das Land und das Reise datum drauf an.Auch lässt sich das ein Auto mit AC meist leichter verkaufen. Die Entscheidung können wir dir nicht abnehmen aber vl. hilft es dir ein bisschen weiter.

      lg

        Antworten

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