Nancy und ihr VW T6 Bulli – ein Traum wird wahr

“Ich liebe besonders die Flexibilität, die man beim Reisen im Bus hat. Man hat keinen Zeitdruck und ist nicht gezwungen, zu irgendeinem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort anzukommen.”

Liebe Nancy, es war uns eine Freude dich bei Kathis Retreat persönlich kennen lernen zu dürfen und deinen Bus zu bestaunen.

Erzähle mal, wie kam es denn, dass du das Vanlife als Reisemöglichkeit für dich entdecktest?

2016/17 war ich für ein Jahr Work & Travel in Neuseeland. Zuvor hatte ich bei einer Infoveranstaltung von einem ehemaligen Backpacker erfahren, wie toll es ist Neuseeland mit dem Auto zu erkunden und wie verhältnismäßig einfach man ein passendes Fahrzeug findet und als „Camper“ nutzen kann. Noch kurze Zeit nach dieser Veranstaltung entschloss ich gemeinsam mit meiner Freundin, die mich auf meiner Neuseeland-Reise begleitete, ebenfalls ein Auto zu kaufen. So waren wir schon nach der ersten Woche unserer Ankunft in Auckland/Neuseeland stolze Besitzer eines Honda Odyssey. 

Die Vorbesitzer hatten das Auto schon so gut wie möglich als Camper umgebaut, sodass wir nur noch eine Matratze für die Holzkonstruktion im hinteren Bereich des Autos brauchten. Schon konnte unser Roadtrip-Abenteuer starten. Gemeinsam bereisten wir in sechs Monaten sowohl Nord-, als auch Südinsel und ließen uns immer mal wieder an verschiedenen Orten etwas länger nieder, um zu arbeiten und Geld für die weiteren Reisen zu sparen. Im Nachhinein war diese Erfahrung eine der schönsten meines Lebens. 

Die Liebe zum Campen liegt bei mir auch ein bisschen in der Familie. Meine Großeltern fahren schon seit Jahren mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil nach Kroatien und mit meinen Eltern war ich früher oft in Ungarn oder Österreich zum Campen. Auch später schwächte meine Liebe zu Roadtrips nicht ab. So habe ich zum Beispiel schon Irland mit dem Auto bereist und auch Italien und die Amalfiküste. 

Der Wunsch nach einem etwas größeren eigenen Fahrzeug, kam in Neuseeland. Der kleine Raum, den uns der Honda bot, war, besonders bei schlechtem Wetter, zu zweit auf lange Dauer schon dürftig. Ich weiß noch, wie ich ganz oft Leute beobachtete, die mit ihren Bussen am Strand campen oder auf Stellplätzen noch die ein oder andere Kleinigkeit ausbauten. Mir wurde klar, dass ich mir dieses besondere Gefühl von Freiheit – das das Reisen mit dem Camper mit sich bringt – mit einem eigenen Bus erfüllen möchte. Dass es schon 2020 soweit sein wird, hätte ich aber selbst nicht gedacht.

Bulli Reise Solo Vanlife

Warum reist du gerne mit dem Bus? 

Ich liebe besonders die Flexibilität, die man beim Reisen im Bus hat. Man hat keinen Zeitdruck und ist nicht gezwungen, zu irgendeinem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort anzukommen. Wenn das Wetter gut ist und man einen schönen Ort zum Verweilen gefunden hat, bleibt man etwas länger und wenn es einem irgendwo nicht gefällt, fährt man einfach zum nächsten Ort. Man hat alles selbst in der Hand und kann entscheiden, wann es wohin geht. Am Schönsten sind dabei sowieso die spontanen Zufälle, die auf Reisen passieren. Außerdem hat man im Bus immer sein eigenes Hab und Gut dabei und braucht sich nicht mit lästigen Koffer-Packen herumärgern.

Vanlife Ausblick Kuh Vorhang Lichterkette

Warum gerade ein VW T6 Bulli? 

Ich liebe einfach das VW-Design und auch ein bisschen den Kult dahinter. 

Wo hast du dir deine Inspirationen und Hilfe für den Ausbau gesucht?

In allererster Linie auf Instagram. Seit Neuseeland nahm die Anzahl an Vanlife-Profilen, denen ich folgte, stetig zu. Ich habe aber auch gerade in meiner Neuseeland-Zeit viele andere Backpacker kennengelernt, die mit dem Auto oder Bus unterwegs waren und konnte mir hier schon viele Umbauten vor Ort ansehen. Letztendlich habe ich, als es dann bei mir soweit war, natürlich auch viele Infos, Anleitungen und Inspiration auf diversen Blogs, Youtube und Pinterest gefunden.

Wer hat dir beim Ausbau geholfen oder hast du diesen alleine bewerkstelligt?

Ich hatte das große Glück ganz viel Hilfe beim Ausbau bekommen zu haben! Bevor es so richtig losging, war ich schon tagelang damit beschäftigt, jedes Detail im Bus genau auszumessen, Skizzen anzufertigen und den Ausbau zu planen. Ich habe viel recherchiert und mir verschiedene Layouts und Innenraumgestaltungen durch den Kopf gehen lassen. Am Ende hatte ich unglaublich viele Zettel mit Maßen und meinen Vorstellungen für den Busausbau. Dann startete das “Familienprojekt”:

Diese zeigte ich meinem Papa und wir machten uns gemeinsam an die Umsetzung. Wir haben viel „Holzreste“ verarbeitet, die es entweder günstig im Baumarkt gab oder die jemand aus meiner Familie oder meinem Bekanntenkreis übrighatte. Auch Schrauben, Scharniere, Winkel, Haken oder Verschlüsse hatte der ein andere noch Zuhause und wir haben vieles davon verwenden können, ohne es neu kaufen zu müssen. Mein Opa half mir zum Glück bei der Elektrik und schloss die zweite Batterie im Bus an. Er verlegte mit mir gemeinsam die Kabel, richtete den Solarregler für mein Solarpanel ein und erklärte mir den Schaltplan bis ins kleinste Detail.

Bei der Dekoration im Bus griff mir meine Mama unter die Arme. Sie nähte die Vorhänge für mein Heckfenster den Bereich zwischen Fahr- und Wohnraum. Jegliche Maler- und Farbarbeiten habe ich selbst gemacht und bin besonders stolz auf mein Deckendesign mit Weltkarte. 

Nancy Frau DIY Camper Ausbau
Minibus Ausbau DIY VW T6 Bulli Minivan
Van Ausbau DIY VW T6 Bulli Minivan
Küche VW T6 Bulli ausklappbarer Tisch

Was ist dein absolutes Lieblingsteil im Bus?

Da ich mich gern kreativ auslebe, gefallen mir besonders die Oberflächen im Bus, die mit Tafelfarbe gestrichen wurden. Nach Lust und Laune können diese mit Kreide beschrieben werden. Eine davon befindet sich an der Rückseite meines Busses und zwei andere an der Innenverkleidung meiner Schiebetür, direkt hinter dem Kochbereich. Ein perfekter Platz, um zum Beispiel Rezepte oder Zitate nieder zu schreiben.

VW Bulli T6 Heckklappe Sonnenuntergang

Worauf bist du beim Ausbau besonders stolz?

Der Ausbau, so wie er jetzt ist, hat gerade einmal 3 Wochen gedauert. Dass wir das alles in so kurzer Zeit und ohne große Probleme geschafft haben macht mich ziemlich stolz! Natürlich gibt es immer noch Kleinigkeiten, die man anpassen kann oder die ich später einmal ergänzen will. Das wären zum Beispiel ein Dachgepäckträger, auf dem das Solarpanel dauerhaft befestigt werden kann, eine Standheizung, die ich gerne noch einbauen möchte oder eine Klebefolie für ein schönes Außendesign.

VW Bulli Korkplatten Kuschelige Decke Bett

Was war das Schwierigste beim Bus Ausbau für dich?

Die schrägen und schiefen Wände im Bus. Für die Verkleidung im Innenraum haben wir zuerst Pappschablonen anfertigen müssen, da jede Seite eine andere Länge besitzt und viele Flächen gebogen sind. Diese konnten wir dann auf die Holzplatten übertragen und selbst da gab es hin und wieder noch Lücken oder kleinere Fehler, die wir danach aber gekonnt kaschieren.

Ausbau DIY VW T6 Bulli Minivan

Du reist ja allgemein sehr viel, warst schon in Neuseeland und bist aktuell in Kanada, erzähl uns ein wenig: 

Wie kam es dazu?

Was liebst du am Reisen besonders?

Wie finanzierst du dir deine langen Auslandsaufenthalte? (Work and Travel, Jobs, etc.)

Das stimmt, ich liebe das Reisen! Neuseeland hat in mir eine unglaubliche Sehnsucht ausgelöst noch so viel mehr von der Welt sehen zu wollen. Ich habe danach mehrere Monate als Fotografin auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet, wo ich viel gesehen, aber auch viel gearbeitet habe. Ich war unter anderem in West- und Nordeuropa, in St. Petersburg, Island & Grönland. Meinen Aufenthalt in Neuseeland habe ich mir durch Work & Travel finanziert. Nach den ersten sechs Monaten, in denen mich meine Freundin begleitet hat, war ich für weitere sechs Monate im Land und habe in dieser Zeit fast ausschließlich gearbeitet, in Restaurants, einer Bäckerei, einem Motel und in einem Skigebiet. Teilweise hatte ich drei Jobs gleichzeitig. Wenn ich Zuhause in Deutschland bin, arbeite ich nebenbei in einem Café und realisiere kleinere Fotoaufträge. Im Winter 2018/19 habe ich in Österreich auf einer Skihütte gearbeitet und 2019 habe ich angefangen für ein Reisebüro zu arbeiten und hatte die Möglichkeit Werbefotos für ein Ferienhaus in Italien zu machen. 2020 hat mich dann erst einmal etwas aus der Bahn geworfen und ich musste einige Pläne über Bord werfen. Nichtsdestotrotz habe ich genau da beschlossen, dass es der richtige Zeitpunkt ist, meinen großen Traum vom eigenen Campervan wahr werden zu lassen und nicht noch länger aufzuschieben, was definitiv die richtige Entscheidung war. Ich bereue es keine Sekunde! Aktuell bin ich für mehrere Monate mit einem Working Holiday Visum in Kanada & mein Bus hält „Winterschlaf“ bis ich wieder zurückkomme und ist in dieser Zeit sicher bei meinen Eltern untergestellt. Meine erste Anlaufstation in Kanada ist eine Pferderanch in Manitoba, wo ich aktuell lebe und arbeite. Im Frühjahr/Sommer hoffe ich, dass ich weiter Richtung Rocky Mountains reisen kann und dort einen Sommerjob finde, wenn es die Situation zulässt. Wie lange ich bleibe und wie es danach weitergeht, steht noch nicht genau fest, aber ich denke ich werde eine Lösung finden. Ich halte einfach immer und überall meine Augen und Ohren offen und dann ergeben sich meist wie von selbst neue Möglichkeiten und Chancen. Ich glaube, ich habe mir die Leichtigkeit, die man auf Reisen, egal ob mit dem Backpack oder dem Camper, erlebt, ein stück weit in mein Leben mitgenommen und darauf bin ich sehr stolz. Wenn ich zurück in Deutschland bin, kann ich es kaum erwarten wieder mit meinem Bus auf Reisen zu gehen und so noch viele schöne Ecken in und um Deutschland und Europa zu erkunden. Das nächste Vanlife-Abenteuer wartet bestimmt! 😀 Einen kleinen Einblick in meine Reisen, meine Arbeit und mein Leben bekommt ihr auf meiner Website www.nancyczaya.com.

Folgen könnt ihr Nancys Abenteuern auf Instagram @nancy.czaya sowie auf ihrer Homepage.
Du möchtest dich und deinen Bus ebenfalls bei uns am Blog vorstellen, schreibe uns gerne ein Mail dazu!

 

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